WOLFGANG AMADEUS MOZART (1756-1791)

Ein beinahe Zuviel an Möglichkeiten, an Talenten, ja an Genie überhaupt war Mozart beschieden, selbst seine Zeitgenossen wussten um Mozarts Übermaß an Begabungen. Verhältnismäßig jung verstorben, gab es denn auch ein Zuviel an Theorien über Mozarts letzte Krankheit, welche schließlich zum Tod geführt hat bis hin zur berühmt-berüchtigten Vergiftung. Minutiöse biographische Details, gemeinsam mit rezentesten Erkenntnissen aus der epidemiologischen Forschung lassen jedoch keinen Zweifel: eine über einen kurzen Zeitraum im Herbst und Winter 1791 grassierende bakterielle Infektionswelle führte zum raschen Tod vieler junger Männer, darunter auch des noch jungen Musikgenies. Eine heftige fieberhafte Reaktion von Mozarts Immunsystem gegen Streptokokken, welche kollateral Gelenke, leider aber auch vitale Organe, wie die Nieren schädigte, traf auf eine Ärzteschaft, die fatalerweise einer Lehre nachhing, die Mozart auch noch die letzten Energien rauben musste. Infektionsausbreitung und –intensität sind neben dem Mangel an Antibiotika vor allem den damaligen schlechten hygienischen Zuständen Wiens zuzuschreiben; immer noch zählen immunologisch-vermittelte Organschäden ausgelöst durch bakterielle Infektionen zu den häufigsten Krankheits- und Todesursachen in weiten Teilen der heutigen Welt. Der Bedrohung durch Viren und Bakterien müssen sich alle lebenden Organismen durch das hochkomplexe und sich ständig neu anpassende Immunsystem stellen; plötzliche Überraschungen sollten eigentlich minimiert werden.